Die Methode · § 27a EStG · ÖkoStRefG 2022
Gleitender Durchschnittspreis — nicht FIFO.
Österreich schreibt für fungible Krypto-Assets den gleitenden Durchschnittspreis vor, anzuwenden seit 2023. Wer die Kostenbasis mit FIFO rechnet — wie viele internationale Tools —, kommt für Österreich auf eine andere, falsche Zahl. Hier ist die Mechanik, Schritt für Schritt.
Die Mechanik in drei Sätzen.
Bei jeder Anschaffung in den steuerpflichtigen Bestand wachsen Kosten und Stückzahl: die Anschaffungskosten samt Gebühr kommen zu den Gesamtkosten, die Menge zur Stückzahl. Der Durchschnittspreis pro Einheit ist schlicht Gesamtkosten ÷ Stückzahl.
Bei einer Veräußerung ist die Kostenbasis der verkauften Einheiten verkaufte Stück × Durchschnittspreis; der Gewinn ist Erlös minus Basis. Der Durchschnittspreis selbst bleibt beim Verkauf unverändert — Kosten und Stückzahl schrumpfen im selben Verhältnis.
Gerundet wird in der Skontro-Vorberechnung erst am Ende (bzw. pro Jahr im Bericht), nie pro Teilverkauf — so entsteht über viele Teilausführungen hinweg keine Cent-Drift.
Zwei Pools pro Asset.
Der Durchschnitt läuft nicht über alles, was Sie je gekauft haben: pro Asset werden zwei Bestände getrennt geführt. Altvermögen (angeschafft bis 28.02.2021, steuerfrei) bleibt außerhalb des steuerpflichtigen Durchschnitts; nur Anschaffungen ab 01.03.2021 bilden den Pool, auf den 27,5 % KESt anfallen. Berührt ein Verkauf beide Bestände, markiert Skontro das als Prüfpunkt — die Reihenfolge der Entnahme ist eine offene Auslegungsfrage, die nicht still entschieden wird.
Ein durchgerechnetes Beispiel.
Konstruiertes Beispiel mit runden Kursen — keine echten Marktdaten, keine Empfehlung. Alle Positionen sind Neuvermögen.
| Schritt | Vorgang | Bestand danach | Gesamtkosten | Ø-Preis/BTC |
|---|---|---|---|---|
| Kauf 1 | 0,5 BTC zu €20.000, Gebühr €10 | 0,5 BTC | €10.010 | €20.020 |
| Kauf 2 | 0,5 BTC zu €30.000, Gebühr €15 | 1,0 BTC | €25.025 | €25.025 |
| Verkauf | 0,4 BTC zu €40.000, Gebühr €16 | 0,6 BTC | €15.015 | €25.025 |
Die Gebühren erhöhen jeweils die Kostenbasis: Kauf 1 kostet €10.000 + €10 = €10.010, nach Kauf 2 stehen €25.025 für 1,0 BTC im Pool — der Durchschnitt liegt bei €25.025 pro BTC. Der Verkauf von 0,4 BTC erlöst 0,4 × €40.000 − €16 = €15.984; die Kostenbasis ist 0,4 × €25.025 = €10.010. Der realisierte Gewinn beträgt €5.974, die KESt darauf 27,5 % = €1.642,85. Im Bestand verbleiben 0,6 BTC mit €15.015 Kosten — der Durchschnitt ist unverändert €25.025.
Der FIFO-Kontrast: FIFO hätte die 0,4 BTC aus dem ersten Kauf entnommen — Kostenbasis 0,4 × €20.020 = €8.008, Gewinn €7.976, KESt €2.193,40. Gleiche Trades, um €550,55 mehr Steuer — in diesem konstruierten Fall. Je nach Kursverlauf kann die Abweichung auch in die andere Richtung gehen; der Punkt ist nicht, welche Methode „günstiger“ ist, sondern welche für Österreich vorgeschrieben ist.
Beta · Vorberechnung · ersetzt keine Steuerberatung. Diese Berechnung ist eine technische Hilfsleistung und ersetzt keine steuerliche Beratung. Bitte prüfen Sie die Werte mit Ihrem Steuerberater. Die Methodik ist offen dokumentiert; offene Auslegungsfragen sind als solche gekennzeichnet, nicht still entschieden. Mehr zum globalen Produkt: True-Cost-Vergleich.
Weiterlesen im Steuer-Cluster
Der Überblick
Krypto-Steuer Österreich
ÖkoStRefG, 27,5 % KESt, Altvermögen vs. Neuvermögen — die Regeln in einem Text.
Die Grenze
Altbestand vs. Neubestand
Der Stichtag 28.02.2021, Wiener Zeit — und das Übergangsfenster.
Verluste
Verlustausgleich
Verluste zählen im selben Jahr — ein Vortrag ist nicht vorgesehen.
Tausch
Krypto-Swap & Steuer
Krypto zu Krypto steuerneutral mit Basis-Übertrag; Stablecoins konservativ.
Einkünfte
Staking & Airdrops
Zufluss zum Marktwert, separat ausgewiesen — und was offen ist.
Transfers
Selbsttransfers
Eigene Wallet zu eigener Wallet ist kein Verkauf — so wird gematcht.
Der Export
Steuerberater-Export
CSV und PDF auf einer Zahlenbasis — was drinsteht und was nicht.
Kurz gefragt
FAQ Krypto-Steuer
Zehn Fragen, zehn kurze Antworten — aus der Methodik, nicht aus dem Bauch.
On-Chain
On-Chain-Transaktionen
Was der Import v1 abdeckt, was er bewusst auslässt — und was Review braucht.